Kennen Sie Shannon-Weaver?
Irgendwann im Laufe der Strategieentwicklung kommt fast immer der Punkt, an dem es heißt: Strategie gut und schön, aber wie bekommen wir das alles bloß in die Belegschaft kommuniziert?
Mein Lieblingsthema. Vielleicht erinnern Sie sich noch an das Sender-Empfänger-Modell von Claude E. Shannon und Warren Weaver? Ursprünglich aus der Nachrichtentechnik, lässt es sich 1:1 auf die Unternehmenskommunikation anwenden.
Das für mich so Faszinierende an dem Modell ist der Zusammenhang zwischen Bandbreite und Kontext. Die Bandbreite legt die maximale Übertragungskapazität fest, in Bit pro Sekunde oder auch z.B. in Folien pro Meeting. Der Kontext ist das gemeinsam geteilte Wissen, also beispielsweise die Unternehmenskultur, die spezifische Firmensprache, übergreifende Werte und Ziele. Interessant daran ist jetzt, dass das Übermitteln einer Botschaft umso weniger Bandbreite benötigt, je größer der gemeinsame Kontext ist.
Was hilft uns das jedoch bei unserer Aufgabenstellung? Das Modell zeigt uns: je mehr Gemeinsamkeiten wir teilen (Kontext), desto einfacher (Bandbreite) wird die Kommunikation. Beispielsweise der neuen Strategie. Ethik und Kultur, Werte und Ziele zu thematisieren, ist also letztlich auch ein Gebot der Effizienz. Eine Erkenntnis aus der Nachrichtentechnik. Der gemeinsame Kontext gibt uns die Orientierung, das Verständnis und die Akzeptanz für Veränderung im Unternehmen. Gut zu wissen.